Dienstag, 3. März 2009

Die Fantastischen Vier

Wenn Sie mich über die deutsche Musikszene fragen, denke ich sofort an eine international bekannte Hip-Hop-Gruppe, die aus Stuttgart kommt: die Fantastischen Vier. Diese Gruppe, auch als „Fanta4“ bekannt, wurde 1989 gegründet. Die vier Mitglieder heißen Michael Schmidt alias „Schmudo,” Andreas Rieke alias „And Ypsilon,“ Thomas Dürr alias „Hausmeister Thomas D“ und Michael Beck alias „Dee Jot Hausmarke.“

Die Fantastischen Vier waren eine der ersten deutschen Rapgruppen. Obwohl Gruppen wie „Advanced Chemistry“ ein Paar Jahre früher in die internationale Musikszene eingetreten sind, hatten die Fanta4 1992 mit dem Lied „Die Da?!“ den ersten Charterfolg. Dieses Lied war nicht nur Megahit, sondern auch das erste deutsche Raplied, das ganz auf deutsch gesungen war.

Die Fanta4 wurden durch die Neunziger noch populärer. 1993 bekam die Gruppe ihre eigene Fernsehsendung, „Die 4. Dimension.“ 1996 haben sie ihr eigenes Label gegründet. Ihr Hauptbüro war ursprünglich in Stuttgart, ist aber später nach Berlin umgezogen. Während der nächsten Paar Jahre haben sie viele neue Alben ausgegeben, und viele weltweite Touren gemacht.

Die Fanta4 sind eine einzigartige Rapgruppe. Sie sind kurz nach der Gründung nach Los Angeles gereist, und haben da gemerkt, dass sie fast nichts mit den amerikanischen Rappgruppen gemein hatten. Sie sind mittelständisch aufgewachsen, deswegen identifizieren sie sich nicht mit dem amerikanischen Hip-Hop-Kultur.

Wenn man die Musik der Fanta4 anhört, merkt man sofort, dass sie ganz anders als amerikanischen „Gangsta Rap“ ist. Die meisten ihren Lieder, besonders ihre frühen Lieder, handeln nicht von gesellschaftlichen Problemen wie Rassismus, Armut, Drogen und Gewalt, sondern von belanglosen Szenarien. Ihre neuen Lieder sind aber fast philosophisch – eine meiner Lieblingslieder der Gruppe, „Einfach sein,“ handelt von der Gier der materialistischen Gesellschaft.

Die Fantastischen Vier sind eine von wenigen Rapgruppen, die ich mag. Vielleicht ist das eine sozioökonomische Folge, oder vielleicht – wie viele Kritiker sagen – sind die Fanta4 nicht wirklich eine Hip-Hop-Gruppe. Auf jeden Fall waren sie einen großen Teil meiner Jugendzeit in einer deutschen Stadt, die Hip-Hop und Tanzmusik liebt.



Quellen:

Wikipedia: Die Fantastischen Vier

1 Kommentar:

  1. Ein sehr interessanter Eintrag. "Einfach sein" klingt gar nicht wie Rapmusik. Wurde die Band nach der Comicreihe benannt?

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